Ein Befreiungsschlag im Stadion Esp: FC Baden gewinnt gegen Cham mit 1:0
Für Fussball-Ästheten wars eher ein Graus, was der FC Baden und der SC Cham an diesem sonnigen Nachmittag im Stadion Esp boten. Die spielerischen Leckerbissen fehlten fast gänzlich. Kampf war Trumpf. Doch das alles interessierte aus Badener Sicht niemanden mehr als Schiedsrichter Julian Müller nach 95 Minuten die Partie beendete. Dank des 1:0-Sieges verliess der FC Baden die Abstiegsplätze wieder. Und das war im Moment alles, was zählte.
Sieben Punkte hatten sich die Badener in der Woche mit den drei Spielen erhofft. Immerhin sechs sind es geworden, nach der 1:5-Klatsche vor einer Woche gegen den Nachwuchs des FC Luzern doch noch eine ansprechende Ausbeute. Wie schon beim 2:1 in Genf gegen Grand-Saconnex setzten die Badener auch gegen den SC Cham auf eine stabile Defensive. Und die stand so gut, dass die Mannschaft nun zum fünften Mal in dieser Saison ohne Gegentor blieb und somit ein Treffer zum Gewinn der drei wichtigen Punkte reichte.
«Extrem effizient», brachte es Badens früherer Trainer Michael Winsauer in der Halbzeit auf den Punkt: «Aus einer Chance machen sie ein Tor.» Allerdings hatte Winsauer da doch noch eine Möglichkeit der Badener übersehen. Nenad Zivkovic hatte einen Schuss von Elmedin Fazlic abgelenkt, knapp strich der Ball über Tor.
Doch ansonsten herrschte vor dem Chamer Tor Flaute. Bis nach einer halben Stunde auch die Ästheten auf ihre Kosten kamen. Sauber kombinierten sich Badener aus der Abwehr, nicht ohne Risiko, aber gekonnt. Dann hatte Mathis Holcbecher im Mittelfeld etwas Platz, den nutzte er zu einem Pass über 50 Meter auf die rechte Seite zu Kedus Haile-Selassie. Der behauptete den Ball, legte auf Francisco Rodriguez, der sich in den Strafraum dribbelte und mustergültig Zivkovic bediente: 1:0.
Erst in den letzten fünf Minuten vor der Pause geriet die Führung in Gefahr, als die Badener dem Gegner einige Abschlussmöglichkeiten gönnten. «Da waren wir zu passiv, wollten bloss keinen Fehler machen», kritisierte Trainer Genesio Colatrella.
Viel mehr als Kampf und Krampf gabs nach der Pause nicht mehr zu sehen. Bis zehn Minuten vor dem Ende Goalie Mirco Mazzeo mit einer tollen Parade den Ausgleich verhinderte. Zwei dicke Chancen, den Sack zuzumachen, verpassten die Hausherren in der Nachspielzeit. Zunächst hielt Patrick Zajac den Schuss des eingewechselten Samuel Kasongo, dann scheiterte auch Haile-Selassie freistehend am toll reagierenden Torhüter.
Wenig später interessierte das auf Badener Seite niemanden mehr. «Das ist Abstiegskampf, da gibt’s nicht viel Schönes zu sehen», fand Ardi Morina. «Es war ein Sieg des Willens, nichts Brillantes», fand Colatrella. Und Daniele Romano betonte: «Diese dreckigen Siege brauchen wir nun.» Kaputt sei er, erklärte Fazlic, der wieder als Aussenverteidiger auflief. «Da musst du definitiv mehr rennen als in der Mitte», meinte er grinsend. Doch bisher hat sich diese Umstellung des Trainers ausbezahlt.
Neuzugang Elis Isufi stabilisiert den Innenblock mit Thoma Monney, aussen machen Faszlic und Romano in der Viererketten den Laden dicht. Und so durfte sich der wieder starke Goalie Mazzeo auch mal wieder freuen, dass er endlich wieder einmal zu Null spielte. Und erst zum zweiten Mal in dieser Saison gewann der FC Baden zwei Mal in Folge. Gelungen war das bisher nur zum Saisonauftakt mit dem Sieg gegen die U21 der Berner Young Boys und dem Erfolg beim Nachwuchs des FC Lugano.
FC Baden – SC Cham 1:0 (1:0)
Stadion Esp. – 669 Zuschauer. – SR: Müller. – Tor: 31. Zivkovic 1:0.
Baden: Mazzeo; Romano, Monney, Isufi, Fazlic (89. Iodice); Holcbecher; Rodriguez (66. Kasongo), Morina (89. Kalt); Haile-Selassie, Zivkovic (72. Rhein), Brack (72. Lewis).
Bemerkungen: Baden ohne Kunz (gesperrt). Giampà, Muff, Abubakar, Popov, Peter, Scheidegger, Djordjic, Gjikollaj (alle verletzt.). – Rot: Tschopp (absichtliches Handspiel). - Gelb: 49. Romano (Foul). 59. Morina. 66. Rodriguez (beide Reklamieren). 70. Schuler. 82. Rhein. 93. Lewis (alle Foul).