Fans laufen davon: FC Baden geht gegen die U21 des FC Luzern 1:5 (0:2) unter
Wohin führt der Weg des FC Baden? In dieser Verfassung direkt runter in die 1. Liga Classic. Das war schon eine ganz schwache Vorstellung der Mannschaft bei der Pleite gegen die U21 des FC Luzern. Da liess sich eine Mannschaft aus gestandenen Fussballern von einer Juniorentruppe vorführen. Schneller, aggressiver, zweikampfstärker – ganz einfach überlegen waren die Gäste.
Dabei sah es zehn Minuten lang gar nicht danach aus. «Vielleicht lief es uns da zu gut, hatten einige das Gefühl, das bringen wir locker nach Hause», mutmasste ein masslos enttäuschter Trainer Genesio Colatrella. «Wir waren nicht bereit», nahm er auch kein Blatt vor den Mund.
Lange standen er und das Team nach dem Schlusspfiff im Kreis. Sichtlich angefressen sprach Colatrella auf die Mannschaft ein. «Seid wütend, seid sauer, aber zeigt eine Reaktion», forderte der Vorstand Sport, Jürg «Gügs» Widmer. Mit versteinerter Miene nahm Präsident Hermi Löhrli das alles zur Kenntnis. «Ein Debakel», kommentierte Ehrenpräsident Heinz Gassmann bevor er kopfschüttelnd das Stadion Esp verliess.
Gut zehn Minuten war es ein ansprechendes Spiel von beiden Seiten, auch mit Badener Chancen. Dann übernahmen die Gäste das Szepter, angetrieben von Trainer Michel Renggli an der Seitenlinie. Und seine Jungs befolgten die Anweisungen immer besser. Sie eroberten den Ball im Mittelfeld, Verteidiger Sascha Britschgi nutzte seine Chance mit einem harten, platzierten Schuss aus 20 Metern. Mitte der ersten Halbzeit säbelte Patrick Muff über den Ball, Luuk Breedijk nahm das Geschenk dankend an und erzielte das 2:0 für die Gäste.
Hoffnung keimte nach Joël Bracks Anschlusstreffer kurz nach der Pause auf. Keine Minute lang, dann nutzte Hannes Knaak den nächsten Badener Abwehrbock zum 1:3. «Die Abwehr, sonst unsere Stärke, war diesmal unser Schwachpunkt», sagte Colatrella. Die Partie war gelaufen, trotz Chancen auf beiden Seiten. Doch nur die Luzerner schlugen noch zweimal zu. Der 34-jährige Captain und Routinier Marijan Urtic zunächst. Und in der Nachspielzeit setzt Britschgi den Schlusspunkt.
Schon lange zuvor hatte die Badener Kurve ihr Transparent eingerollt, war verstummt. Und viele Fans hatten zu diesem Zeitpunkt auch bereits das Stadion verlassen. Der FC Baden aber ist auf den letzten Platz der Tabelle in der Promotion League abgerutscht.
Das Telegramm
FC Baden – FC Luzern U21 1:5 (0:2)
Stadion Esp. – 672 Zuschauer. – SR: Tester. – Tore: 12. Britschgi 0:1. 24. Breedijk 0:2. 50. Brack 1:2. 51. Knaak 1:3. 65. Urtic 1:4. 92. Britschgi 1:5.
Baden: Mazzeo; Romano, Monney, Isufi, Muff (46. Iodice); Rhein (72. Rodriguez), Holcbecher (61. Fazlic), Kalt (46. Kunz), Lewis (68. Kasongo), Haile-Selassie, Brack.
Bemerkungen: 83. Lattenschuss Kasongo. 92. Lattenschuss Komatovic - Baden ohne Morina (gesperrt).Giampà, Abubakar, Zivkovic, Popov, Peter, Scheidegger, Djordjic, Gjikollaj (alle verletzt.). – Gelb: 28. Kalt. 58. Britschgi. 85. Haile-Selassie (alle Foul). 66. Brack (Reklamieren).